Der Weg zu mir.

Der Weg zur Heilung oder besser der Weg zu der, die ich jetzt bin

Heute früh im Mentoring-Programm von Christiane Schild ging es um unsere Wege. Wie wir bisher gelaufen sind. Geradeaus, zickzack, gar nicht? Bei mir war es eine Mischung von allem. Darauf auch kam die Frage nach Wendepunkten im Leben. Am Ende durften wir überlegen, ob wir daraus eine Geschichte schreiben können – eine heilende Geschichte.

Was verbinde ich mit heilen? Womöglich, dass ich vorher krank war. Aber was heißt krank sein? Ist krank auch „nicht richtig“ sein? Oder eher im gesundheitlichen Sinne? Meine feste Überzeugung ist, dass auch im gesundheitlichen Sinne die feste Willenskraft entstehen kann, die über alles entscheidet –  dann lässt sich die Lebensdauer entweder verlängern oder verkürzen.

Also vielleicht ist die Frage besser, was ist meine Willenskraft. Wo kommt sie her? Was treibt mich an? Was hält mich am Leben? Wofür möchte ich leben? Wofür möchte ich alt werden? Und vor allem wie alt? Vielleicht geht es bei Heilung auch eher darum, das „Hier und Jetzt“ wertzuschätzen. Den Moment zu genießen – glücklich und dankbar zu sein. Verweilen zu können. Die richtigen – für mich wertvolle – Menschen um mich zu haben. Mit diesen wachsen zu können, Erfahrungen zu teilen.

 

Wendepunkte im Leben - Fluch und Segen zugleich?

Ist es nicht eine wertvolle Option, darauf zu vertrauen, dass Wendepunkte im Leben sinnvoll sind und ich sie schätzen darf. Denn all das, die Summe aus allen Erfahrungen ist das, was mich zu der gemacht hat, die ich heute bin und wie ich diese Person bin.

Es kann nicht immer geradeaus gehen. Ich bin diejenige, die die Kurven im Leben bestimmen kann und vor allem, wie ich mit Kurven umgehe.

Oft kann man bei einer Kurve nicht sehen, wie es weitergehen kann. Oder wir stehen vor einem leichten Hügel, der uns die Sicht versperrt. Es gibt immer mehr als eine Möglichkeit: Stehenbleiben, umkehren oder weitergehen und vertrauen. 

Sicherlich ist Stehenbleiben eine gute Option, wenn man nicht immer in der Aufbruchskraft unterwegs ist, bietet es sich an, kurz zu verweilen. Nachzudenken, was die nächsten richtigen Schritte sein könnten. Aber dann sollte es wieder weitergehen mit einer grossen Portion Vertrauen. Woher wir diese Portion nehmen? Einfach mal in uns hineinspüren, kann helfen. Aber auch ein Kopfmensch findet sicherlich hilfreiche Beispiele aus der Vergangenheit, die eine ähnliche Situation darstellten.

Wenn Du zurückdenkst, an Dein Leben, findest Du sicherlich wichtige Wendepunkte, für die Du im Nachhinein dankbar bist. Wann hast Du Dich zuletzt gefragt, welche Wendepunkte das gewesen sein könnten? Wendepunkte, die Du nicht selbst bestimmt hast. Wendepunkte, die Du verflucht hast. Wendepunkte, an denen Du vorerst nicht wusstest, wie es weitergehen kann. Aber vielleicht auch Wendepunkte, auf die Du rückwirkend betrachtet, stolz bist, weil Du sie super gemeistert hast.

Vorwärts leben - Rückwärts verstehen.

„Verstehen kann man das Leben rückwärts; leben muss man es aber vorwärts.“ So lautet ein Zitat von Søren Kierkegaard.

Kannst Du es auch so sehen? Oft könnten wir relaxter mit Dingen umgehen, wenn wir eine Glaskugel hätten oder einfach mal ein Stück im Film unseres Lebens vorspulen könnten, eine neue Zukunft sehen, in der wir verharren, wissen, dass es uns glücklich macht. Dann könnten wir auch wieder wohlwollend zurückspulen, um mit dem “Jetzt-Zustand”, der vielleicht nicht gerade zuversichtlich wirkt, in einer angenehmen Gewissheit zu leben. 

Sozusagen schon mal wissen, wie unser Leben nach der Kurve weitergehen kann und wird. Denn weitergehen wird es immer. Unser Weg – Unser Leben. Wir sind der Regisseur und Darsteller in unserem eigenen Leben.

In meinen Coachings versuchen wir uns Ressourcen aus der Vergangenheit bewusst zu machen, damit wir im Jetzt und in der Zukunft darauf vertrauen können. Es ist schon alles da, in uns gespeichert, wir dürfen (auf) uns vertrauen.

Sei dankbar für Deine Wendepunkte und lauf mit der Sonne.

Weitergehen - der Sonne entgegen.