Wann bist Du mutig?

Weisst Du, wofür Du Deinen Mut brauchst?

In meinem Mentoring Programm Donnerstag früh wurde ich gefragt: „Was ist mutig für Dich? Wann warst Du im letzten Jahr mutig?“ Hmh, ich überlegte nicht lange. Mut brauchte ich im letzten Jahr zum Fahren mit einem Wohnmobil – einem 3,5 Tonner, also einem ziemlich großen Möbelstück. Ich als Frau alleine mit über 50? Wie mache ich das? Kann ich das? Muss ich das denn wirklich haben? Bin ich dafür mutig genug?

Kraftvoll ist, sich dabei zu überlegen, ob es ähnliche Situationen gab. Oder ob jemand anderes sich etwas traut, bei dem ich denke, na wenn der/die sich traut, dann kann ich das auch. Wer inspiriert Dich? So eine Art Vorbild. Gibt es das?

Dazu fiel mir eine Geschichte ein: Vor über 25 Jahren habe ich einen Motorradführerschein einer Freundin zu verdanken. Damals hatte ich einen Motorroller, der mir irgendwie nicht schnell genug fuhr, also wollte ich etwas Schnelleres. Eine schöne Straßen-Maschine mit fetten PS. Es schoss mir sofort ein Gedanke ein: Aber ich als Frau mit Ende 20 kann doch keine Karre halten. Was für ein hinderlicher Glaubenssatz! Wie kann so etwas in meinen Kopf kommen? Keine Ahnung! Der Gedanke blieb, also blieb es beim Roller mit 50 km/h. Einige Wochen später rief mich freudestrahlend eine Freundin an, Kleidergröße 34, keine 1,60. Sie hat sich eine Karre gekauft. Der nächste Gedanke kam: Wenn die sich mit ihrem gerade mal 50 Kilo zutraut, eine Karte zu halten, dann kann ich das sicherlich auch. Wieso auch nicht? Inspiriert und neugierig meldete ich mich mit 29 erneut in der Fahrschule an, büffelte die Theorie mit schlaueren 17-Jährigen, nahm Fahrstunden vor meiner Arbeit, hatte Bammel vor der Prüfung im verschneiten November, bestand im ersten Anlauf und kaufte mir schließlich eine Karre.

 Aus dieser alten Situation schöpfte ich den neuen Mut zum Fahren des Wohnmobils. Warum sollte ich das nicht können? Wer um Himmels Willen schickt uns solche Zweifel an uns selbst? Die nächste Mutprobe kam beim Wochenendtrip zur Ostsee. Zur Nachtruhe entdeckte ich ein idyllisches Fleckchen zum wilden Campen – unterwegs mit einer Freundin, auch keine 1,60, also niemand, die mich beschützen könnte, wenn wir mitten auf einem grünem Feld übernachten würden. Wer auch immer ihn uns schickte den nächsten Zweifel, er war nun in unserem Kopf und durfte beleuchtet werden. Uns gefiel der Gedanke irgendwie, aber irgendwie auch nicht. Wir beide Frauen schauten uns an und dachten, hätten wir einen Kerl dabei, würden wir nicht lange überlegen, dann würden wir es wagen an diesem idyllischen Plätzchen über Nacht zu verweilen. Was könnte uns passieren? Wer sollte hier hinkommen? Wir schmiedeten einen Plan: Wir versuchen mal einzuschlafen. Wenn es nicht gelingt, weil es uns irgendwie gruselig ist, dann können wir immer noch wegfahren. Mit diesen Gedanken schlief es sich gut ein und durch.

Ein mega Stolz erfüllte uns am nächsten Morgen, als wir den Sonnenaufgang über diesen grünen Feldern sahen – aus dem Fenster des Wohnmobils. Die Belohnung: Ein Morgenkaffee mitten im Grünen – wie soll das Leben schöner sein.

Wir haben uns getraut - das ist Mut.
Mut erfüllt uns und gibt uns Kraft für weitere Schritte.
Also überlege Dir gerne, welche Story kannst Du Dir erzählen?

Oft stellen wir uns diese Frage nicht, wir reflektieren nicht unser Leben, wann wir mutig waren. Deswegen fand ich diese Frage in meinem wöchentlichen Mentoring Programm von Christiane Schild erst ziemlich merkwürdig.

Aber mittlerweile beim Schreiben dieses Bloges finde ich sie großartig und vielen Dank für diese tolle Erinnerung an die Zeit mit meinem Motorrad. Das ist es, was wir brauchen, jemand der uns Fragen stellt, um uns an Dinge zu erinnern, die wie alleine bereits bewältigt haben. Sicherlich viel mehr als wir glauben. Erinnerungen, die wir abgespeichert haben, im Unbewussten verborgen liegen und uns meist nicht bewusst ist, wie viele Situation wir schon gemeistert haben in unserem Leben, wo wir mutig waren.

Mut kannst Du auf Deine To-do Agenda für dieses Jahr setzen. Die Aufgabe ist, sich bewusst Dinge zu suchen, wo Du mutig sein möchtest. Ich habe schon eine Challenge geplant. Und sobald es wärmer wird und ich mutig genug bin, dann schreibe ich es auch wieder – bleibt gespannt.

Danke an @Christiane Schild für diese doppelte Inspiration. Mehr zu ihrem Mentorinprogramm findest Du hier.

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